"Erinnern"

 

 

 

 

 

Was heißt „erinnern“? Sich erinnern hat mehrere Bedeutungen. 

Viele Menschen können sich an Ereignisse erinnern, machen aber die gleichen Fehler, die damals passiert sind. Diese Erinnerung ist ein Wissen, wie Menschen Fakten gelernt aber nicht verstanden haben.

Es gibt auch ein „erinnern“ in nostalgischer Weise an frühere Zeiten, von der die Menschen gern träumen als die „gute alte Zeit“, wo aber die Fakten auch meist einseitig gesehen werden. Diesbezüglich sagte Karl Valentin: „Früher war die Zukunft auch besser.“

Bereichernd für den Menschen ist einzig die Er-innerung, die ihn in seiner Persönlichkeit formt, wo der Mensch die Vergangenheit verinnerlicht und sie in der Gegenwart zu nutzen weiß, wo die Vergangenheit immerfort den Menschen neu macht, und den Weg in die Zukunft jeweils entschiedener bestimmt. Neumachen heißt hier, aus den Fehlern lernen und das Positive zu einem Fundament machen, so wie beim Hausbau jeweils ein Stockwerk auf das fertige Stockwerk aufgebaut wird.

So wird Erinnerung zur Grundlage für die Hoffnung in die Zukunft.

 


Hannes Binder, Priester im Kloster Hartberg